Das eine Wort – vom Wollen und werden

Das eine wort ist mächtig,
sprichs einer leis und still,
die Sterne reists vom Himmel,
das eine Wort
Ich will!

So rezitierte mir einst Prof. Kurt Jakobs, um mich zu einem Kurswechsel meines Studiums zu motivieren. inzwischen denke ich, dass es meistens besser ist, seine „guten Vorsätze“ und Absichten, Vorhaben eine Wende einzuleiten, erst einmal für sich selbst geklärt und erprobt zu haben. Durch Absichtserklärungen rücken Dinge oft in weitere Ferne als sie vorher waren. Vielleicht liegt der Zweifel am eigenen Wort in unserer Kultur schon in dessen Aussprache, so als würden einen alle Echos an allen vier Wänden fragen: „schaffst du das denn auch wirklich?“ Und von der Antwort der Echos überwältigt, lässt man von der guten Idee ab.

Vielleicht gewinnen wir mehr Kraft aus Geheimnissen, denn aus geschwungener Rede.

Dieser Gedanke wird übrigens schon durch das Buch „Tao Te King“, die Schriften von Laotse untersucht. „Handeln durch Nichthandeln“, „Wirken durch Nichtwirken“ sind zentrale Konzepte dieses uralten Weisheitsbuches.

Ich weiß natürlich auch, dass es sehr viele Gelegenheiten gibt, die der Aussprache bedürfen. Um Schwierigkeiten zu überwinden, die Seele zu heilen – die ganze Psychologie lebt doch davon, sich zu äußern.

Es geht mir hier eher um eine Anregung, bei der jeder selber feststellen kann, wo sie ein Geheimnis braucht oder wo er aussprechen muss.

Deshalb denke ich, dass obiges Buch nicht als ausschließliche Lebensgrundlage genügt, es kann uns aber immernoch vieles geben.

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