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Aufgesammelt Gedichte

Ich wünsche dir Zeit | Elli Michler, Don Bosco Verlag

Quelle: Ich wünsche dir Zeit | Elli Michler: Ich wünsche dir Zeit | Don Bosco Verlag

Dieses Gedicht hat mich immer schon tief beeindruckt, es wird Zeit, es hier einzuhängen. Wenn man nach Definitionen für Spiritualität sucht, wird man hier stark fündig.

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Inklusion in 80 Sekunden erklärt – Video der Aktion Mensch

Dieses Video erklärt es kurz und knackig: Inklusion in mehreren Beispielen. Es ist auch eine Audiodeskription dabei.

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Der Tierbändiger

Ein Wanderer verirrte sich in einer einsamen Gegend und kam gegen Abend zu einer kleinen Einsiedelei in der ein alter Eremit lebte. Nachdem der Wanderer sich etwas erholt hatte und sie ins Gespräch gekommen waren fragte er den Einsiedler, wie er es denn hier in der Einsamkeit aushalten könne.

„oh, ich finde es hier durchaus nicht einsam,“ sagte der Eremit, “ ich habe den ganezn Tag von früh bis spät zu tun. “ „Womit bist du denn so sehr beschäftigt?“ wollte der Wanderer wissen. „Nun, ich muss 2 Falken zähmen, 2 Sperber abrichten, 2 Hasen beaufsichtigen, eine Schlange bewachen, einen Esel beladen und einen Löwen bändigen,“ erklärte der Einsiedler.

„Das wundert mich nicht dass du mit solch einem Zoo viel zu tun hast,“ sagte der Fremde. „Aber wo sind denn all die Tiere ? ich habe keine gesehen. Und wenn ich von einer Schlange und gar einem Löwen gewusst hätte, hätte ich sicher einen großen Bogen um deine Einsiedelei gemacht.“

„Nun, ich denke, auch wenn du von meinen Tieren gewusst hättest, wären Befürchtungen nicht nötig gewesen,“ entgegente der Eremit, “ denn die Tiere, die ich zähmen will, die sind einem jeden Menschen zu eigen.“

„Da wundere ich mich aber sehr, denn mir war bisher nicht bewusst, dass ich Falken und Sperber und noch viel gefährlichere Tiere besitzen soll“, rief erstaunt der Wanderer.

„Und doch ist es so“, erklärte der Einsiedler. „Die 2 falken sind unsere Augen, die sich nicht satt sehen können, die überall neugierig herumhuschen, alles erspähen wollen, selten zur Ruhe kommen, sich jedoch manchmal regelrecht in einen Anblick festkrallen und ihn nicht mehr loslassen wollen. Es ist schwer, diese Falken zu zähmen. Und noch schwerer ist es , das was sie erspähen, richtig zu verstehen. Du siehst es ist keine leichte Aufgabe , diese Falken zu lenken.
Die 2 Sperber sind, diese Greifvögel sind, sind unsere Hände, die alles anfassen, ergreifen und manchmal nicht mehr loslassen wollen. Wenn man ihnen etwas wegnehmen will, dann können sie wütend werden und wollen zuschlagen. Doch wenn wir es schaffen, die 2 Sperber abzurichten, dann können sie lernen zu streicheln, zu besänftigen, zu helfen und loszulassen.
2 Hasen sind zu beaufsichtigen, denn unsere Füße sind wie 2 Hasen, die hierhin und dorthin laufen, die manchmal fortrennen wollen, weil eine Kleinigkeit sie erschreckt, die nicht standhalten wollen und jede Schwierigkeit lieber umgehen wollen. Wenn wir sie jedoch trainieren, können sie lernen, auch Probleme durchzustehen und Hindernisse zu meistern. Dann erst sind wir in der Lage, zur Ruhe zu kommen und eilen nicht hakenschlagend wie aufgescheuchte Hasen durch´s Leben.
Die Schlange ist am schwersten zu bändigen. Obwohl sie von einem Gitter aus 32 Zähnen bewacht wird, kann unsere Zunge, die uns das Sprechen ermöglicht, Gift verspritzen wie eine Schlange. Erst wenn wir erfahren haben, was das Gift der Worte anrichten kann, können wir lernen, unsere Schlange zu beherrschen, und sie lehren, sie Worte der Wahrheit und des Friedens, der Freude und der Liebe zu sprechen. Aber meistens reicht es schon , wenn man es schafft, die Schlange hinter ihren Gittern ruhig zu halten.
Der Esel der beladen wird, ist unser Körper. Täglich laden wir ihm die Last des Alltags auf. Und wie oft denken wir: das trägt der Esel auch noch. Doch dann wird er störrisch, er schlägt aus oder will sich nicht mehr bewegen. Er wirft die Last ab und wir müssen von Neuem lernen, ihm nur tragbare Lasten aufzubürden.
Der Löwe den wir bändigen müssen, ist unser Herz. Kraftvoll und mächtig schlägt es in unserer Brust. Hier regieren löwengleich die starken Gefühle, die Liebe und der Mut, ebenso wie Wut, Hass, Neid und Rache. Wir müssen lernen, diesen Löwen zu bändigen, wenn wir nicht von ihm nach seinem Gutdünken regiert werden wollen.

Du siehst, dass es mir in meiner Einsiedelei nicht langweilig wird und ich die Einsamkeit brauche, um meine Tiere besser bezähmen zu lernen.“

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Du sähest einen Gedanken

Du sähest einen Gedanken
und erntest eine Tat.

Du sähest eine Tat
und du erntest eine Gewohnheit.

Du sähest eine gewohnheit
und du erntest einen Charakter.

Du sähest einen charakter
und du erntest ein Schicksal.

Aus dem talmut und sinngemäß verwendet von Swami Shivananda

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Mit Gott zu Mittag gegessen

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder – noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig.

Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola – aber sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: „Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?“

Und der kleine Junge antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!“

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich gedacht habe.“