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Soziale Netze – Erinnerung an einen Sinn ?

Es ist längst kein Geheimnis mehr: die sozialen Netzwerke besitzen überaus asoziale Komponenten: cybermobbing, Photos, die gar nicht hätten veröffentlicht werden sollen, Facebook-Einladungen, die tausende Menschen irgendwohin zusammenrufen. In ihrem Stück „Facebook“ haben die Wise Guys besungen, was man alles nicht wüsste, hätte man nicht jeden und jede, die man mal gesehen hat, als Facebook-Kontakt. Ich sage nicht „Freund“, weil dieser Ausdruck einer der folgenreichsten Übersetzungsfehler sein dürfte, den es gibt: Das Englische „Friend“ bedeutet in der Form, wie es hier verwendet wird, eher „Bekannter“. Leider führt das dazu, dass „Freundschaft“ allgemein verwässert wird, wie auch der Ausdruck „sozial“, der durch die so bezeichneten Netzwerke seine ursprüngliche Bedeutung verlieren könnte. Und das ist, recht verstanden, kein Wettern gegen den sprachlichen Wandel! Das Wissen also, was man ohne diese Kontakte nicht wüsste, braucht man es denn? Macht es uns „sozial“? Verbindet es uns wirklich irgendwie miteinander?
Manche Aspekte muten eher ökonomisch an: Diese Netzwerke sind Plattformen für Werbeanbieter, Klicks bei Youtube haben schon einigen Künstlerinnen und Künstlern Plattenverträge eingebracht.
Am deutlichsten wird vielleicht der Nutzen als Nachrichtendienst: Twitter ist längst als solcher anerkannt – wenn irgendw mehr (oder eher weniger) wissenswertes über Prominente gesucht wird, gucken wir mal bei ren Twitter-Account.
Warum also noch ein Artikel, der das wieder aufkocht? Wo ist die Hoffnung darin, gibt es vielleicht doch einen wirklich sozialen Nutzen? Wer das liest, kann sich die Fragezeichen selbst ausfüllen, einiges an Nutzen ergibt sich von selbst. Die Chance für Künstler ist da. Auch Berichte aus Krisengebieten kamen schon über Twitter, womit echte Aufklärung betrieben werden kann. Und warum nicht das eigene Unternehmen stärken? Ein Haken wäre natürlich, dass sicherlich die meisten sich von Werbung eher überfrachtet fühlen. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema.
Sobald echter Gedankenaustausch und gesicherte Information (von mir aus auch Profit) dabei herauskommen, erfüllen diese Netzwerke einen sinnvollen Zweck.