Schlagwort-Archive: Hier-und-jetzt

Magische Momente – Paulo Coelho

"Man muss Risiken eingehen, sagte er. Wir können das Wunder des Lebens nur richtig verstehen, wenn wir zulassen, dass das Unerwartete geschieht. Jeden Tag läßt Gott die Sonne aufgehen und schenkt uns jeden Tag einen Augenblick, in dem es möglich ist, alles das zu ändern, was uns unglücklich macht. Tag für Tag übergehen wir diesen Augenblick geflissentlich, als wäre das heute wie gestern und das Morgen auch nicht anders. Aber derjenige, der seinen Tag bewusst lebt, nimmt den magischen Augenblick wahr. Er kann in dem Moment verborgen sein, in dem wir morgens den Schlüssel ins Schlüsselloch stecken, im Augenblick des Schweigens nach dem Abendessen, in den tausenden Dingen, die uns alle gleich anmuten. Diesen Augenblick gibt es – den Augenblick, in dem alle Kraft der Sterne uns durchflutet und uns Wunder vollbringen lässt. Manchmal ist das Glück ein Geschenk – doch zumeist will es erobert werden. Der magische Augenblick eines Tages hilft uns, etwas zu verändern, läßt uns aufbrechen, um unsere Träume zu verwirklichen." (Paulo Coelho, "Am Rande des Rio Piedra saß ich und weinte")

Warten

Die Kunst des Wartens besteht darin, inzwischen etwas anderes zu tun. (Heinrich Spoerl)

 

So sprach der Dichter, aber die Kunst des Wartens besteht in der Bewusstheit, im Sein im Hier-und-jetzt. eine Kunst der inneren Ruhe, der Stille. Denn welchen Nutzen haben wir davon, angespannt zu warten?

Aber indem ich das eine Kunst nenne, gebe ich auch zu, dass das nicht ganz einfach ist. wie in dem oben verknüpften Artikel zum „Hier-und-jetzt“ schon beschrieben, ist es eher ein Weg als ein nahes Ziel.

Im Hier-und-jetzt

Über eine Neufassung der Geschichte über einen Zenmeister:

http://www.twitlonger.com/show/6pt5vq

„wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich sitze, dann sitze ich…“

 

Im Gegensatz dazu, denken wir beim Essen an alles andere, nur nicht ans Essen. Wenn wir sitzen, denken wir schon an das nächste bevorstehende Ereignis, zum Beispiel ans Essen. Genauso ist das eigentlich mit allem anderen. Wir lassen den Geist seiner Wege gehen, sind gleichsam seine Sklaven.

Beherrschen wird man den Geist, wenn man ganz im Hier-und-jetzt ankommen und verweilen kann. Genau bei der Sache sein, die man gerade tun möchte mit den dafür notwendigen Gedanken – falls überhaupt welche nötig sind. Ruhen in sich mit voller aufmerksamkeit für den Moment, ist hier die Zielsetzung. Das ist nun aber ein Ziel, das man vermutlich kaum erreichenkann, man kann sich aber dorthin bewegen und ab und an solche ruhenden Augenblicke erfahren. Es ist ein Weg und ein Ziel zugleich. Es ist auch eine mögliche Definition des Begriffes „Spiritualität“ – da viele spirituelle Traditionen letztlich Wege vorschlagen, dorthin zu gelangen: Zu sich selbst. Der Moment im Hier-und-jetzt, ist unser eigener, tief in uns, frei von äußerem Einfluss.

 

Eine Meditation, die uns hilft, den reißenden Strom äußerer Einflüsse zu unterbrechen, der uns ständig mitreißen will, werde ich beschreiben. Es ist die erste Meditation, die mir begegnet ist, wenn auch damals in einfacherer Form.

 

Sakshi-Bhav-Meditation aus dem Yoga, mit der Methode der Benennung

 

  • Setze dich ruhig hin, aufrecht oder auf andere Weise bequem. Schließe deine Augen sanft. Die Hände kannst du locker auf die Oberschenkel oder die Knie legen, ganz entspannt.
  • Atme einigemale tief durch die Nase ein und aus. Konzentriere dich auf deine Bauchdecke, wie sie sich im Atemrhythmus hebt und senkt.
  • Lasse den Atem tiefer werden, bis du im Atemfluss angekommen bist. du bemerkst das, wenn der Atem dichnicht mehr „zwingt“, Luft zu holen. Er ist dann einfach bei dir, ganz ohne Druck, ohne Hast.
  • Beobachte jetzt deinen Atem weiter, deine sich hebende und senkende Bauchdecke.
  • Wenn du etwas hörst, sage dir innerlich dreimal: „Geräusch“ oder „hören“. Versuche dabei, die Geräusche einmal nicht einzuordnen, zu analysieren oder bewerten, kein „gut“, kein „Schlecht“, kein „laut“, kein „leise“.
  • Wenn du etwas im Körper spürst, sage dir innerlich dreimal: „Gefühl“, „Empfindung“ oder „Emotion“. Auch hier versuche, diese nicht zu bewerten, du bist nur BeobachterIn.
  • Zu Gedanken, die vorbeikommen, sagst du dreimal „Wortgedanken“.
  • Wenn du das Gefühl hast, nicht zu wissen, was du tun sollst, beobachte deinen Atem.

Wenn du aufhören möchtest, vertiefe deinen Atem. Atme tief durch die Nase ein und aus und recke und Strecke dich.

Hier gibts eine Videoanleitung bei Machshell

Regelmäßig ausgeführt, schenkt uns diese Meditation Momente der inneren Ruhe.

Ich hoffe, ihr könnt sie für etwas mehr Gelassenheit im Alltag nutzen!

Im Hier-und-jetzt weiterlesen

Das Wesen der Berge

So wenig wie ich die Berge ansehen muss, um sie zu betrachten,

muss ich mich selbst ansehen, um in mein Innerstes zu schauen.

Du kannst die Berge atmen, wenn du nur willst,
du spürst, wie ihre größe, ihre Bedeutung,
ihre Nähe zum Himmel durch deine Fersen aufsteigen

und dich vollkommen ausfüllen.

Kai Meyer (Lanze und Licht, 2. Teil der Wolkenvolk-Trilogie) Das Wesen der Berge weiterlesen