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Herrschaft der narren – Blöd-Maschinen: Fabrikation der Stupidität

Über eine Interpretation des Buches „Blöd-Maschinen: Die Fabrikation der Stupidität“ (Georg Seeßlen, Markus Metz)

bei „Glanz und Elend – Magazin für Literatur und Zeitkritik“

einige Zitate daraus, die direkt an den Zeitgeist anknüpfen und durchaus Potential haben, ohne dass ich das buch bereits gelesen hätte:

 

„Kritik in solch selbstreferentiellen Systemen scheint sinnlos, denn auf dem Narrenschiff der Datenströme und binären Codes definiert die Orakelmaschine der Ökonomie selbst, was kritisch ist und was nicht. Der Kapitalismus kann, wie Joseph Vogl in »Das Gespenst des Kapitals« schreibt, »Aufruhr und Anarchie als vitalen Ausdruck ihres eigenen Systems absorbieren.« Kapitalismus als konsequente Selbstoptimierung: Das System »reformiert sich im Widerstand, inkludiert seine Opposition, integriert die spontane Aktion und perfektioniert sich … als eigentliches Kreativitätsreservat.«“

Satirisch ausgedrückt ließe sich ein Buch „die bösen Machenschaften von Facebook“ vielleicht exzellent verkaufen, brächte Verlag und Autor jede Menge Knete ein, müsste aber nicht notwendigerweise die Nutzerzahlen bei Facebook reduzieren. Im Gegenteil würden dann dort haufenweise Links zu Kritiken und Rezensionen auf dieses Buch auftauchen und viele „gefällt-mir“-Clicks ernten. Veranstaltungen zur „Buchkritik2 könnten entstehen und eine riesige Facebook-Party mit 20000 Teilnehmern. Evtl. sogar einige zusätzliche Facebook-Neuanmeldungen von Leuten, die irgendwo einen Link auf eine Buchkritik gefunden haben, die eine Facebook-Notiz ist.

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Zeitgenössischer Zauberkasten als Zeitdieb?

„Ein jeder sei ein König im eigenen Königreich – erstrecke dies aber nicht über die ganze Welt hinaus!“

Neulich hatte ich mal etwas Zeit. Da dachte ich: „Trauste dich mal und meldest dich bei Facebook an“. Trotz diverser Horrormeldungen um das Fremdwort „Datenschutz“ war dies schnell in die Tat umgesetzt. Ich musste ja nicht mitteilen, was ich für mich zu behalten gedachte.

Niemanden, der weiß, wovon ich rede, wird es überraschen, dass mein Profil mittlerweile die ausführlichste „Dokumentation“ meiner ansichten und Interessen ist, die ich je gemacht habe. Ich teile einiges mehr, als ich damals für möglich gehalten habe. Damals? Naja, ist bloß sechs Monate her.

Was passiert mir hier eigentlich? Eine Faszination dabei, mich zu vernetzen, hat mich ergriffen. Zeitgenössischer Zauberkasten als Zeitdieb? weiterlesen