Im Hier-und-jetzt

Über eine Neufassung der Geschichte über einen Zenmeister:

http://www.twitlonger.com/show/6pt5vq

„wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich sitze, dann sitze ich…“

 

Im Gegensatz dazu, denken wir beim Essen an alles andere, nur nicht ans Essen. Wenn wir sitzen, denken wir schon an das nächste bevorstehende Ereignis, zum Beispiel ans Essen. Genauso ist das eigentlich mit allem anderen. Wir lassen den Geist seiner Wege gehen, sind gleichsam seine Sklaven.

Beherrschen wird man den Geist, wenn man ganz im Hier-und-jetzt ankommen und verweilen kann. Genau bei der Sache sein, die man gerade tun möchte mit den dafür notwendigen Gedanken – falls überhaupt welche nötig sind. Ruhen in sich mit voller aufmerksamkeit für den Moment, ist hier die Zielsetzung. Das ist nun aber ein Ziel, das man vermutlich kaum erreichenkann, man kann sich aber dorthin bewegen und ab und an solche ruhenden Augenblicke erfahren. Es ist ein Weg und ein Ziel zugleich. Es ist auch eine mögliche Definition des Begriffes „Spiritualität“ – da viele spirituelle Traditionen letztlich Wege vorschlagen, dorthin zu gelangen: Zu sich selbst. Der Moment im Hier-und-jetzt, ist unser eigener, tief in uns, frei von äußerem Einfluss.

 

Eine Meditation, die uns hilft, den reißenden Strom äußerer Einflüsse zu unterbrechen, der uns ständig mitreißen will, werde ich beschreiben. Es ist die erste Meditation, die mir begegnet ist, wenn auch damals in einfacherer Form.

 

Sakshi-Bhav-Meditation aus dem Yoga, mit der Methode der Benennung

 

  • Setze dich ruhig hin, aufrecht oder auf andere Weise bequem. Schließe deine Augen sanft. Die Hände kannst du locker auf die Oberschenkel oder die Knie legen, ganz entspannt.
  • Atme einigemale tief durch die Nase ein und aus. Konzentriere dich auf deine Bauchdecke, wie sie sich im Atemrhythmus hebt und senkt.
  • Lasse den Atem tiefer werden, bis du im Atemfluss angekommen bist. du bemerkst das, wenn der Atem dichnicht mehr „zwingt“, Luft zu holen. Er ist dann einfach bei dir, ganz ohne Druck, ohne Hast.
  • Beobachte jetzt deinen Atem weiter, deine sich hebende und senkende Bauchdecke.
  • Wenn du etwas hörst, sage dir innerlich dreimal: „Geräusch“ oder „hören“. Versuche dabei, die Geräusche einmal nicht einzuordnen, zu analysieren oder bewerten, kein „gut“, kein „Schlecht“, kein „laut“, kein „leise“.
  • Wenn du etwas im Körper spürst, sage dir innerlich dreimal: „Gefühl“, „Empfindung“ oder „Emotion“. Auch hier versuche, diese nicht zu bewerten, du bist nur BeobachterIn.
  • Zu Gedanken, die vorbeikommen, sagst du dreimal „Wortgedanken“.
  • Wenn du das Gefühl hast, nicht zu wissen, was du tun sollst, beobachte deinen Atem.

Wenn du aufhören möchtest, vertiefe deinen Atem. Atme tief durch die Nase ein und aus und recke und Strecke dich.

Hier gibts eine Videoanleitung bei Machshell

Regelmäßig ausgeführt, schenkt uns diese Meditation Momente der inneren Ruhe.

Ich hoffe, ihr könnt sie für etwas mehr Gelassenheit im Alltag nutzen!

Das Geheimnis des Glücklich sein

 

In einem kleinen Dorf stand eine große alte Eiche. Unter ihr befand sich eine Bank. Auf der saß jeden Tag zur gleichen Zeit ein alter Mann. Er war im Dorf
bekannt als ein glücklicher Mann, denn er war immer sehr gut gelaunt, schenkte jedem der vorbei kam ein Lächeln.
Ein paar neu hinzu gezogene Leute fragten ihn eines Tages: „Wir beobachten Sie schon seit vielen Wochen. Egal was auch immer für ein Wetter ist, sie sitzen
unter dem Baum und lächeln, sind immer gut gelaunt. Wie kann das sein das sie nie schlechte Laune haben immer so glücklich und zufrieden sind?“
Der alte Mann lächelte sie an und sagte: „Wenn ich hier sitze, dann sitze ich. Wenn ich aufstehe, stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich
rede, dann rede ich. Wenn ich trinke, dann trinke ich. Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“
Die Leute schauten sich nur fragend an und sagten zu dem alten Mann: „Bitte entschuldigen Sie, aber wir glauben sie wollen uns verkohlen. Wir sitzen auch
hier, stehen auf, gehen, reden, trinken, liegen und gehen schlafen. Aber wir sind lange nicht so glücklich wie Sie es sind. Was machen sie bitte schön
anders wie wir?“
Der alte Mann lächelte sie wiederum an und wiederholte sich: „Wenn ich hier sitze, dann sitze ich. Wenn ich aufstehe, stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann
gehe ich. Wenn ich rede, dann rede ich. Wenn ich trinke, dann trinke ich. Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich schlafe dann schlafe ich.“
Die Leute um ihn rum wurden sehr unruhig. Als er bemerkte das sie aufstehen und gehen wollten sagte er: „Wisst ihr, ganz sicher tut ihr auch das was ich
tue. Aber wenn ihr sitzt, dann denk ihr schon an‘s aufstehen, wenn ihr aufsteht überlegt ihr schon wohin ihr geht, wenn ihr geht denkt ihr drüber nach
was ihr sagen sollt, während ihr redet überlegt ihr was ihr trinkt, wenn ihr trinkt denkt ihr schon an‘s ins Bett gehen, wenn ihr im Bett liegt hofft ihr
auf den Schlaf…ihr seit immer einen Schritt voraus, aber nie mit euren Gedanken dort wo ihr euch gerade wirklich befindet. Erlernt Schritt für Schritt
zu leben. Gebt eurem Augenblick die Chance dass er wirklich bei euch ankommt, lauft ihm nicht davon.
Und ihr werdet sehen, wie einfach doch das Glücklich sein in Wirklichkeit ist. Verschenkt dann etwas unbezahlbares, euer Lächeln und es werden sich Leute
wie ihr es seit zu euch gesellen und nach dem Grund eures Glücklich sein fragen…“
-Claus Evels-

Ein Gedanke zu „Im Hier-und-jetzt“

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